PdV Schulungen

Einführung
Die Basisschulungen sind eng mit der Durchführung des KIDD-Prozesses im Unternehmen verknüpft. Sie wurden von einfachen Schulungen zu integrierten Schulungs- und Deliberationsworkshops weiterentwickelt und folgen dem Dreiklang aus:
  • Partizipation & Mitbestimmung
  • Diversität, Recht & Ethik
  • Stellschrauben der KI (Daten, Regeln & Architektur)
Partizipation und Mitbestimmung sind konstitutive Themen zu Beginn der Arbeit des Panels der Vielfalt (PdV). Diversität, Recht und Ethik bilden den normativen Rahmen des KIDD-Prozesses, in dem dann mit dem Schwerpunkt Stellschrauben der KI spezifische KIDD-relevante technische und organisatorische Anforderungen diskutiert werden.
Diese drei Bereiche sind unterschiedlich voraussetzungsvoll. Mitarbeitende können relativ unmittelbar in Diskussionen zu Partizipation und Mitbestimmung einsteigen. Auch bei Diskussionen zu Diversität, Ethik & Recht können Mitarbeitende auf ein gewisses Vorwissen zurückgreifen und verfügen über ein grundsätzliches Verständnis, ggf. intuitiv, über ethische Prinzipien, Kriterien von Diversität sowie dem Prinzip rechtlicher Regelungen. Gleiches gilt in der Regel nicht für Fragen von Daten, Regeln & Architektur von Algorithmen und KI. Besonders herausfordernd wird es dann, wenn es um die Anwendung des Wissens zwischen diesen drei Bereichen kommt:
  • Wie viel Vorwissen kann bei Schulungen gerade zu technischen Fragestellungen vorausgesetzt werden und wie viel Grundlagenwissen muss vermittelt werden?
  • Inwieweit ist Mitbestimmung bei der Umsetzung von technischen Problemstellungen möglich und wo findet sie ihre technischen oder zeitlichen Grenzen? Wer kann dies entscheiden?
  • Wie kann eine Lai:in ethische und diversitätssensible Aspekte in Softwarelösungen entdecken oder Risiken früherkennen?
  • Wie tief muss eine Schulung in den unterschiedlichen Bereichen ansetzen und wie sieht die Integration dieser unterschiedlichen Bereiche aus?
Bei der Umsetzung der Schulungen ist zu unterscheiden, ob diese innerbetrieblich stattfinden oder nicht. Innerbetriebliche Schulungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie stärker an den gegebenen Bedingungen im Unternehmen ansetzen. Die Teilnehmer:innen (TN) solcher Schulungen stellen in der Regel kollektiv den Anwendungsbezug unmittelbar her und verhandeln dabei gleichzeitig, wie eine spezifische betriebliche Situation genau zu bestimmen ist. Um die Qualität innerbetrieblicher Schulungen zu erhöhen, ist es empfohlen, den konkreten Anwendungsbezug in die Schulung zu integrieren. Dies ermöglicht gerade TN mit weniger Abstraktionsfähigkeit auch komplexere Zusammenhänge schneller zu begreifen und Implikationen zu erkennen.
Dieser konkrete Bezug auf die betrieblichen Gegebenheiten ermöglicht es, die Schulungen sehr stark partizipativ und deliberativ auszurichten. Dies setzt aber gleichzeitig voraus, dass die Schulungen von umfassend geschulten KI-Moderator:innen durchgeführt werden. So bekommen die Beratungssitzungen des PdV einen Schulungsaspekt. Da die Beratungen des PdV unter der Anleitung, Moderation und Begleitung einer geschulten KI-Moderation stattfinden und die TN jederzeit auf deren Kompetenzen zurückgreifen können, ist es möglich, den Input zu reduzieren. Dies erlaubt zugleich und vor allem mehr der knappen Zeit für die interaktiven Elemente und die Deliberation des PdV zu reservieren.
Dies gelingt durch die Individualisierung für den Anwendungsfall. Um Schulungen konzise zu planen und durchzuführen, sollten sie auf die einzelnen betrieblichen Anwendungsfälle (die anzuschaffende oder zu entwickelnde Software) zugeschnitten werden und geben den TN (in der Präsentation oder auf der Tonspur) schon konkrete Fragestellungen, Hinweise und Denkanstöße für die von ihnen konkret zu beratende Softwarelösung mit auf den Weg.
Zudem sind die Basisschulungen durch eine starke Outputorientierung gekennzeichnet. Schulungen sind traditionell entlang von Lernzielen und zu vermittelndem Wissen und Kompetenzen strukturiert. In den Basisschulungen tritt hier durch die Verschränkung mit der Deliberation im PdV die Orientierung auf Outputs hinzu. Die einzelnen Workshops in der Kette sollen konkrete Ergebnisse produzieren, die in die Gestaltung der Software/KI und der organisationalen Einbettung einfließen.
Dies setzt die Integration partizipativer Segmente in den Workshop voraus, die nicht den Charakter von ‚Übungen‘ haben, sondern in denen konkrete Outputs für den KIDD-Prozess erarbeitet werden
Die Basisschulungen sind eng miteinander verkettet. Die einzelnen Schulungs- und Deliberationsworkshops stellen zugleich die zentralen Beratungen des PdV im KIDD-Prozess dar. Sie sollen Anforderungen und Stellschrauben für die Softwaregestaltung als konkrete Ergebnisse hervorbringen, was einen mehrschrittigen Prozess voraussetzt, der in einem zweistündigen Termin allein nicht zu bewältigen ist. Der partizipative Prozess zieht sich deshalb durch alle drei Workshops und erfordert eine enge Verkettung und Koordination der Workshops.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Basisschulungen / Workshops im Zusammenhang.
Basisschulung 1
Konstituierung des PdV
Basisschulung 2
Ethik & Diversität - Folgenabschätzung
Basisschulung 3 & 4
Allgemeine und spezifische Anforderungsklärung
Schlagwort
Wir
Wir und die Software
Software
Fokus
Organisation, ihre Diversität, das Panel der Vielfalt
Organisation und Mitarbeiter:innen und die neue KI
Die Software, die Daten und Stellschrauben
Vorabinfos/Grundlagen
Tagesordnung
einseitiger Einführungstext zum KIDD-Prozess
Diversity Strategie des Unternehmens
Beschreibung der Software
Befürchtungen des PdV, strukturiert und priorisiert
Transparenzkatalog ausgefüllt vom Softwarehersteller
Inputs (Schulungs- und Sensibilisierungselemente)
Sinn und Aufgabe des PdV
KIDD-Prozess
Diversity in der Organisation
Software, KI und Ethik
Diversity und Stereotype
Diversity-Risiken aus Software
Daten, Regeln, Architekturen
Stellschrauben für die Anpassung der Software
Transparenz
Partizipative Elemente
Mapping der Kompetenzen und Diversity-Apsekte der PdV-TN.
Definition von guten Rahmenbedingungen und Erfolg
Sammeln, diskutieren von Hoffnungen/Befürchtungen nach Leitfragen in Kleingruppen. Priorisieren der gesammelten Punkte
Output
Regeln der Arbeit im PdV
Gruppen im Unternehmen
Hoffnungen und Befürchtungen zur neuen Software (nach Adressat sortiert) und priorisiert
Themenspeicher offene Fragen und Probleme
Stellschrauben
Roadmap und Agenda für die weiteren Beratungen